Schüler sollen vor Radikalisierung von „Import-Imanen" geschützt werden

Islamische Religion an Dormagens Schulen

Soll es islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache an Dormagens Grundschulen geben? Diese Frage stellte die CDU-Fraktion mit einem Antrag für den Schulsausschuss, der am Dienstag tagte.
 

Hintergrund ist, dass die CDU von etlichen Eltern angesprochen wurde, die gerne diesen Unterricht hätten. Die Schulleitung der Erich-Kästner-Grundschule hat darauf bereits reagiert und schon einen Antrag auf islamischen Religionsunterricht von 26 Schülern an die Bezirksregierung gestellt. Zahlreiche Eltern hatten sich in einer Unterschriftensammlung dafür stark gemacht.
Derzeit erhalten junge Muslime in Dormagen Religionsunterricht in den Moscheen (siehe auch Infokasten zum Thema unten rechts). „Dieser Unterricht bietet für die Öffentlichkeit jedoch keine Transparenz. Wir möchten ihn daher aus dem Schatten rausholen“, so CDU-Fraktionschef Kai Weber. Der staatliche Unterricht in deutsche Sprache und unter deutscher Schulaufsicht von in Deutschland ausgebildeteten Religionslehrern soll die Schüler vor Radikalisierung durch sogenannte „Import-Imane“ schützen. Zudem setze die CDU auch einen Teil des Koalitionsvertrages der derzeitigen Landesregierung um. Für die Unionspolitiker ist die Einführung auch ein entscheidender Beitrag zur Integration.
Den Anstoß zu diesen Antrag hat die Sachkundige Bürgerin Anissa Saysay gegeben. Ihr ist es ein Anliegen, dass gerade junge Menschen durch den Unterricht die Gelegenheit erhalten, die geschichtliche Hintergründe des Islams kennenzulernen, offene Fragen stellen zu dürfen. „Nur so können Jugendliche reflektieren und sind damit nicht so empfänglich für eine Radikalisierung.“ Saysay selbst hat einen Selbstversuch im Internet gestartet und war überrascht, wie schnell sie auf radikale Seiten gelang. „Das ist ganz schlimm, davor sollten wir unsere Kinder schützen.“ Die Dormagener Ditib-Gemeinde befürwortet die Idee. „Ditib hat sich bis heute für die Einführung des Islamischen Religionsunterrichtes eingesetzt und hält daran fest“, erklärte der Vorsitzende der hiesigen Ditib-Gemeinde, Dursun Pekdemir, auf Anfrage. Allerdings müsse auch sichergestellt werden, dass der bekenntnisgebundene islamische Unterricht die wichtigsten Grundsätze des Islam und ihre Ethik vermittle. So müsse auch gewährleistet sein, dass beispielsweise gewisse Suren aus dem Koran auswendig gelernt werden. „Für die grundgesetzliche Umsetzung dessen ist es aber Zeit, dass die Landesregierung NRW die Ditib als Religionsgemeinschaft anerkennt“, so Pekdemir. Der Schulausschuss selbst hat den Antrag nach Saysays Aussagen sehr positiv angenommen. „Die Stadtverwaltung hat auch erklärt, dass es Bedarf für diesen Unterricht gebe. Für die Erich-Kästner-Schule soll nun eine entsprechende Lehrkraft eingestellt werden. Allerdings bin ich mir sicher, dass es noch bestimmt ein Jahr oder länger dauert, bis diese gefunden wird“, erklärte Saysay. -Andrea Lemke

SCHAUFENSTER-Artikel vom 25. November 2017