Dormagen depressiv: Feuer, Sturm, Dauerregen und Hochwasser

Kein guter Start in das neue Jahr

Das neue Jahr fängt irgendwie nicht gut an. Erst verliert eine Familie ihr Haus durch einen Brand, dann sorgt ein gefühlter Dauerregen, der schon vor dem Jahreswechsel begann, für miese Stimmung und jetzt steht eventuell auch noch ein Hochwasser vor der Tür.
Als um Punkt Mitternacht am vergangenen Sonntag Böller sowie Feuerwerksraketen in die Luft flogen und so das neue Jahr willkommen hießen, die Menschen sich umarmten und sich alles Gute wünschten, verlor eine Familie wenige Stunden später ihr Heim. Gegen 4.20 Uhr wurde der Alarm für die hauptamtliche Wachabteilung, die Löschzüge Straberg und Nievenheim sowie den Rettungsdienst, ausgelöst. Mit dem Alarmstichwort „Feuer Dach“ wurden die Einheiten in den Ortsteil entsandt. Durch eine vor dem Einfamilienhaus am Iltisweg in Straberg abgestellte und in Brand geratene Mülltonne griff das Feuer auf den Dachstuhl über.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte brannte der Dachstuhl des Hauses bereits lichterloh. Glücklicherweise konnten die Bewohner das Haus rechtzeitig verlassen. Sie wurden vom Rettungsdienst betreut und blieben unverletzt. Das Haus ist unbewohnbar, die Familie kam bei Verwandten unter. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Es war der mittlerweile siebte Brand im Walddorf in den vergangenen fünf Wochen. Im Einsatz waren insgesamt 34 Kräfte mit sieben Fahrzeugen der Feuerwehr sowie einem Rettungswagen. Der Einsatz konnte nach etwa zwei Stunden beendet werden. Glücklicherweise blieb das der einzige Einsatz in der Silvesternacht.
Der vorige Mittwoch stand dann ganz im Zeichen des Sturmtiefs „Burglind“. Für den heranziehenden Sturm gab es auch eine Unwetterwarnung der Stufe Orange (vor Sturm/Orkan). Sturmböen und zum Teil extrem heftige Regenfälle, gerade am frühen Morgen, sorgten für viele abgebrochene und herabfallende Äste. In Rommerskirchen rutschte ein Lkw gar in eine Böschung und blieb auf der Seite liegen. Nach dem Stand der Ermittlungen ist wohl eine Windböe für das Abkommen von der Fahrbahn ausschlaggebend gewesen. Eine junge Autofahrerin berichtete dem SCHAUFENSTER, dass sie gegen 5.20 Uhr mit ihrem Pkw auf dem Weg zur Arbeit gewesen war und bei den heftigen Regenfällen das Gefühl gehabt hatte, durch eine Welle zu fahren. Das Sturmtief „Burglind“ beschäftigte auch die Feuerwehr Dormagen. Allein in den frühen Morgenstunden zwischen 5.45 und 8.15 Uhr mussten zwölf Einsätze bewältigt werden. Lose Äste, Fassaden- und Hausteile sowie umgestürzte Bäume wurden aus verschiedenen Bereichen des Stadtgebietes gemeldet. Durch die Windböen wurde auch eine automatische Brandmeldeanlage in Rheinfeld ausgelöst, dort musste die Feuerwehr nicht eingreifen. In Gohr stürzte ein Baum quer über einen Fußweg, den die Feuerwehr absicherte. In anderen Ortsteilen mussten Bäume und umgekippte Schilder durch die Helfer beseitigt werden. Im Einsatz waren 70 Feuerwehrleute aus dem Hauptamt und den Löschzügen Nievenheim, Hackenbroich, Delhoven, Gohr, Zons sowie Innenstadt. Zusätzlich befanden sich die Löschzüge Straberg und Stürzelberg in Einsatzbereitschaft.
Und als ob das nicht genug wäre, steigt der Rhein immer weiter. Ein Ende der Regenfälle ist nicht in Sicht. Fachleute gehen davon aus, dass der Kölner Pegel des Flusses an diesem Wochenende weiter steigen wird. In Zons ist die Zufahrt zur Fähre fast gänzlich unter Wasser und in Rheinfeld steht es nur noch gut zwei Meter von der Terrasse des Landgasthauses Piwipp entfernt. -Andrea Lemke

SCHAUFENSTER-Artikel vom 6. Januar 2018